Armenische Kontraste
Studienreisen in das Kulturpartnerland Sachsen-Anhalts
Leitung: Nils-Christian Engel
Dauer: 10-14 Tage
Die Republik Armenien ist ein Land der kontrastreichen, sprechenden Landschaftsbilder. Ein prominentes Beispiel dafür ist der biblische Berg Ararat: Nationalsymbol Armeniens und doch unerreichbar hinter der geschlossenen türkischen Grenze, erinnert er zugleich an Noahs Arche, an den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich und an den Krieg um Berg-Karabach Anfang der 1990er Jahre. Im Vordergrund steht, wie eine bescheidene Referenz an den Riesen, auf einem Hügel das Kloster Chor Wirap. Dort war Gregor der Erleuchter, der Gründer der armenischen Kirche gefangen, bevor das Christentum im Jahre 301 zur Staatsreligion wurde - früher als in jedem anderen Land. Ein christlicher Nachbar Aserbaidschans, Irans und der Türkei, die ehemals kleinste Sowjetrepublik. Es gibt kaum eine Epoche der Geschichte, in der das Land an der Nahtstelle Asiens und Europas nicht zwischen den Stühlen der Weltpolitik gestanden wäre.
Bei einer Reise durch die Städte und Dörfer Armeniens offenbaren sich weitere Kontraste: Industrieruinen aus sowjetischer Zeit und Denkmale der mittelalterlichen Kirchenbaukunst, deutsche Mittelklasselimousinen und Subsistenzlandwirtschaft. Viele Armenier verlassen das Land auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensbedingungen. Armenien lebt zu einem wesentlichen Teil von den Finanzhilfen der weltweiten Diaspora und hütet - gewissermaßen im Gegenzug - ein kulturelles Erbe von Weltrang, auf das Armenier in aller Welt ihre nationale Identität gründen.
Armenien begegnet seinen Besuchern als ein gastfreundliches Reiseland von faszinierender Schönheit. Auf dieser Studienreise stellen wir Ihnen einige besonders sehenswerte Orte vor, immer verbunden mit dem Blick auf das alltägliche Leben. Im Gespräch mit Vertretern aus Kultur, Religion, Politik und Wirtschaft lernen Sie die Kontraste kennen, die das heutige Armenien und seine Geschichte prägen.
Armenien und Sachsen-Anhalt
Zwischen Armenien und Sachsen-Anhalt, das die Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und der Republik Armenien koordiniert, bestehen enge und vielfältige Verbindungen: In den vergangenen Jahren fanden Kulturprogramme statt, die Kunst und Wissenschaft beider Länder im jeweiligen Partnerland vorstellten. Im Rahmen von Schulpartnerschaften zwischen Schulen in Sachsen-Anhalt und Armenien haben schon mehrere wechselseitige Besuche stattgefunden. 2009 begann mit dem Besuch einer Delegation von Archäologen aus Sachsen-Anhalt in Armenien eine intensive Zusammenarbeit auf diesem Gebiet. Mit dem MESROP-Zentrum für Armenische Studien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist die Beschäftigung mit armenischen Themen auch in der hiesigen Wissenschaft fest verwurzelt. 2008 wurde ein Kooperationsvertrag mit der Universität Jerewan geschlossen.
Diese Brücken zwischen Sachsen-Anhalt und Armenien haben zudem eine lange Geschichte, für die nicht nur, aber an vorderer Stelle der Pfarrer, Orientalist und Publizist Johannes Lepsius (1858-1926) steht. Als Pfarrer in Friesdorf (Südharz) begründete er ein Hilfswerk, das viele Armenier aus den Massakern im Osmanischen Reich rettete.
Begegnungsreisen
zum Gedenktag des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich
Ein anderes Konzept für eine Studien-Exkursion nach Armenien bezieht sich auf den Gedenktag für die Opfer des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich, den 24. April. Das öffentliche Gedenken an dieses dunkle Kapitel der europäischen Geschichte gehört Jahr für Jahr zu den wichtigsten Ereignissen in der Republik Armenien. Hunderttausende Armenier aus der Republik und der weltweiten Diaspora pilgern zum Jerewaner Mahnmal Tsitsernakaberd, Diplomaten legen im Auftrag ihrer Regierungen Kränze nieder – deren Schleifentexte zuweilen präzise Auskunft geben über die jeweiligen realpolitischen Gegebenheiten des Umgangs mit der Geschichte.
Bei dieser Exkursion stellen wir die Teilnahme an den Gedenkfeierlichkeiten des 24. April ins Zentrum des Programms. Sie wird vorbereitet durch den Besuch des Museums am Mahnmal Tsitsernakaberd, Gespräche mit Fachleuten und Begegnungen mit Menschen, die Ihnen von ihrem persönlichen Bezug zu den mehr als 90 Jahre zurückliegenden Ereignissen berichten. In der verbleibenden Zeit erkunden wir wichtige historische Orte Armeniens, auf der Suche nach einem größeren Bild der armenischen Geschichte.
Termine
Im Moment sind keine freien Plätze verfügbar. Über neue Termine informieren wir an dieser Stelle.
Wenn Sie gern per E-Mail über Teilnahmemöglichkeiten informiert werden wollen, freuen wir uns über Ihre Nachricht. Wir vereinbaren auch gern Sondertermine für Ihre Gruppe.
Details
Auf der Grundlage dieses Reisekonzepts entwickeln wir für Ihre Reisegruppe gern ein individuelles Programm zu einem Termin Ihrer Wahl.
Referenzen
Armenische Kontraste: Studienreise der Ev. Akademie Sachsen-Anhalt, Wittenberg, 2006
Armenien – Eine gefährdete Kultur: MESROP Sommerschule der Uni Halle, 2008

- Gedenkstein für Johannes und Margarethe Lepsius, Friesdorf, Sachsen-Anhalt

- Gedenken am Mahnmal Tsitsernakaberd, Jerewan
Armenien-Info
Im Armenien-Dossier unserer Partner-Website decus-reisen.de finden Sie nähere Informationen zum Reiseland Armenien.

